Montag, 4. August 2008: Montag: Disneyland oder der Tag des Verlierens

Dieser Tag stand voll und ganz unter dem Motto: „Was kann man eigentlich alles verlieren und wie findet man es wieder!“. So zum Schluss des Urlaubs ein interessantes Trainingsprogramm. Als erstes verloren wir Zeit. Das war nach dem anstrengenden Besuch der Universal-Studios mehr als logisch, aber trotzdem haben wir uns geärgert, dass wir erst gegen halb neun wach wurden. Schnell noch die Reste unserer Kühlbox gefrühstückt (so niedrig war unser Lebensmittelvorrat schon lange nicht mehr) und dann in die Motel-Lobby und Eintrittskarten kaufen, die Schlange in Disney-Land wollten wir uns sparen. Leider verkauften sie dort nur Mehrtagestickets und die wollten wir nun wirklich nicht.Na gut, dann eben mit dem Shuttle-Bus ins Disney Land. Ralf gab Petra noch eine der vielen Taschen die er tragen musste, zu mindestens glaubte er das (Jonas seine Videokamera), ging als letzter der fünf aus der Lobby heraus und stieg in den Bus. In der Schlange am Kartenverkauf fragte Petra, wo denn Jonas seine Kamera ist? „Na, die hast Du doch“ antwortete Ralf. „Nö, nie bekommen!“ entgegnete Petra. Das sind die Momente in so einem Urlaub, in denen innerhalb von Bruchteil einer Sekunde die Stimmung umschlägt. Nach der Zeit hatten wir nun als zweites Jonas seine Videokamera inklusive letztem vollen 60 Minuten Band, 5 Euro und MP4-Player verloren. Superb! Jetzt schnell Entscheidungen treffen. Ralf gab alle Taschen ab, lies die vier ins Disney Land gehen und rannte, „leicht“ wütend, zum Shuttle Bus zurück. Dieser war natürlich schon längst weg. Ob der gleiche wieder kommt? Und wann? Wartezeit ist nicht immer beruhigend. 25 Minuten später traf der Shuttle Bus wieder ein. Alle Leute stiegen aus, nur der nicht, der auf unserem Platz saß. Dann kam jemand raus, der die gleiche LowePro-Tasche hatte wie Jonas. Also musste Ralf fragen. Aber er versicherte, dass es seine Tasche war. Ganz sicher! Mittlerweile war der Bus bis auf den letzen Gast leer, der auf unserem Platz, irgendwie blöd! Ralf ging in den Bus und die Fahrerin, sie hatte ein wenig Ähnlichkeit mit Whoopy Goldberg, fragte etwas schelmisch was die Tasche gekostet hat. Sie hatte gehört, dass beim Aussteigen etwas herunter gefallen war und später war die Tasche nach vorne gerutscht. Na so ein Glück – die Tasche hätte auch schon längst bei anderen Leuten sein können. Die Ehrlichkeit musste natürlich belohnt werden, also schnell das Portemonnaie raus und – na sowas blödes, nur noch 50$-Scheine in der Börse! Egal, dass sollte uns die Kamera wert sein. Sie wollte den Schein jedoch nicht annehmen, meinte, sie hätte vorhin doch nur einen Scherz gemacht. Ralf lies sich jedoch nicht abwimmeln, sagte ihr, dass sich Ehrlichkeit auszahlt und dann nahm sie den Schein doch an.

Nach einem kurzen Handygespräch hatten wir uns schnell wieder gefunden und nahmen als erstes Fahrgeschäft Peter Pan in angriff. Mittlere Wartezeit (ca. 25 min.), für die Großen niedrigster Spaßlevel, aber was tut man nicht alles für die Kleinen. Um das Niveau zu steigern, gingen wir alle in die Schlange von Splash Mountain, eine Fahrt die Ralf und Petra bei ihren ersten beiden Disney Land besuchen wegen der langen Wartezeiten noch nie geschafft hatten. Warten wir eben mal mit drei Kindern fast ’ne Stunde. Jonas passte das gar nicht, erst recht nicht für eine Achterbahnfahrt – die Dinger sind irgendwie nicht sein Ding. Außerdem gab es noch eine zweite, fast leere Reihe: Für die Leute mit einem Fastpass-Ticket. In dieser Reihe rannte man einfach an uns vorbei! Skandal! Was kosten die Dinger? Warum haben wir so etwas nicht? In der morgendlichen Hektik konnten wir das Kleingedruckte nicht mehr studieren – jetzt hatten wir Zeit, dass nachzuholen. Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Fastpass ist ganz einfach, supertoll und sogar kostenlos. Man geht zu einem Fahrgeschäft seiner Wahl und schiebt sein Ticket in einen Fastpass-Ticketautomaten. Auf dem erhaltenen Ticket steht dann ein Zeitbereich von einer Stunde, in dem man dann sein Fahrgeschäft besuchen darf. Je nach Verfügbarkeit früher oder später, z.B. 12-13 Uhr. Pro Ticket ist immer nur ein Fastpass-Ticket zur gleichen Zeit erlaubt, man darf jedoch, wenn das Zeitfenster des Fastpass-Tickets erreicht ist, dass nächste lösen. Da man ja eine Stunde Zeit hat, geht man erst zum nächsten Fahrtgeschäft, holt sich die nächsten Tickets und fährt nun in Ruhe, ohne lange Schlange die erste Fahrt. Hat man einen Dummen gefunden, in unserem Falle z.B. Ralf, dann hat man erspart sich einiges an Lauferei und kann so neben bei noch Kleinigkeiten, wie Essen, Toilette oder Shopping erledigen.

So hatte Ralf die Tickets für die Big Thunder Mountain Railroad besorgt und übergeben und sich auf den Weg zu Mickeys Toontown gemacht, um die Wartezeit für Roger Rabbit’s Car Toon Spin zu verkürzen, der Rest ging Essen, sie hatten ja Zeit. Auf dem Rückweg klingelte plötzlich das Handy und Petra teilte erst mal mit, dass sie beim Erledigen von Kleinigkeiten (Toilettenbesuch) Jan verloren haben! Das war nun nicht mehr Steigerungsfähig: Nach Zeit und Videokamera war nun auch noch ein Kind weg. Und das an einem Tag, an dem der Park mächtig voll war. Von wegen, am Montag ist dort nicht so viel los – welcher Reiseführer hatte das eigentlich geschrieben?

Da Ralf nicht helfen konnte, suchte sie weiter und Jonas, Jana und Ralf trafen sich beim Big Thunder Mountain. Jonas wollte eh nicht fahren und so fuhren erst mal Jana und Papa. Nach Splash Mountain ihre erste richtige Achterbahnfahrt; ob das wohl gut ging? Dank Fastpass-Ticket hatten die zwei nur eine kurze Wartezeit – es macht richtig Spaß an den Wartenden vorbei zu ziehen – wer lesen kann ist klar im Vorteil. Obwohl Jana gut durchgeschüttelt wurde hat es ihr viel Spaß gemacht, gut, dass sie schon groß genug ist – so sollte es heute nicht ihre letzte Fahrt sein. Mittlerweile traf auch Petra, weiterhin ohne Jan, bei Jonas ein. Um sich den Frust von der Seele zu fahren nahm sich auch ’nen Fastpass und fuhr alleine. Da anschließend noch zwei Tickets übrig waren, Jan war immer noch nicht aufgetaucht, nutzten die beiden Mädels die Tickets. Ralf machte sich derweil auf die Suche nach Jan – sicher war er schon irgendwo „untergetaucht“. Nach ein paar Minuten war auch das „lost children office“ gefunden und tatsächlich hatte Jan auch diesen Weg genommen. Von Tränen gerührt waren die zwei wieder glücklich vereint. Vollkommen selbstständig hatte Jan sich durchgefragt – Reeeeespekt!

Vom Verlieren hatten wir jetzt erst mal die Schnute voll und so besuchten die vier Mickey’s Toontown und Ralf besorgte die nächsten Fastpasses. Zwischendurch gab es natürlich auch die ein oder andere Autogrammstunde, bei der die beiden Kleinen ganz doll die großen Kuscheltiere drücken durften – Jan konnte gar nicht genug vom Kuscheln bekommen. Auch eine Parade ließen wir an uns vorbei ziehen – Das volle Programm Mickey Mouse Unterhaltung, aber trotzdem irgendwie süß.

Als nächstes durften wir bei Buzz Lightyear aus der Gondel heraus rumballern, war ganz witzig und nicht die Kiddys hatten die meisten Punkte sondern Ralf. Jana, Jan, Petra und Ralf zog es dann noch zu den Star (wars) Tours, anschließend fuhren alle bei Autopia ein wenig Auto. Jana hatte noch nicht genug von den Achterbahnen und so mussten wir auch noch das Matterhorn ersteigen und die „Rodeln“-Bahn mitnehmen. Als vorletztes hatten wir uns die Indianer Jones Fahrt vorgenommen, die am Morgen geschlossen war. Jetzt war sie offen, aber über 60 Minuten Wartezeit schreckten uns zu sehr ab, ohne Fastpass eindeutig zu lang für uns, wir wollten ja schließlich nicht das Feuerwerk verpassen. Zuvor gab es am See ein Theaterstück mit Lichtershow – sehr beeindruckend, erst recht für Jana und Jan, die das Ganze auf Mama ’s und Papa ’s Schultern erleben durften; wie lange doch 20 Minuten sein können. Entertainment ist wirklich eine Domäne der Amerikaner, doch wenn der Park zu voll ist, dann kommen auch sie an ihre Grenzen. Um den zweiten Teil sehen zu können, mussten wir zur Mainstreet rüber, dafür hatten sie die Wege zu Einbahnstraßen gemacht: „To Main street go this way“ hieß es immer und man solle nicht stehen bleiben. An der Mainstreet angekommen, hieß es dann plötzlich: „To Tomorrow Land go this way“ und wieder nicht stehen bleiben. Wir wollten aber stehen bleiben. Das gab dann ein paar unfreundlichere Konflikte mit dem Personal – na ja, das Feuerwerk war ja am Himmel und wenn nicht gerade ein Baum vor uns war, konnten wir trotzdem etwas sehen. Unsere letzte Fahrt war um 11 Uhr und so wollten wir uns die Zeit noch mit 3D-Kino aus dem Film „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ vertreiben. Wie in den Parks üblich, wird vorm Eingang die Wartezeit mit etwas Unterhaltung via Monitor verkürzt. Für Jonas jedoch nicht kurz genug, er konnte seinen Harndrang nicht bändigen. Blöderweise kam er zu spät zurück und unsere Vorstellung hatte schon begonnen. Hat man sich erst mal auf die 3D-Wirkung eingestellt, so kommt sie super gut rüber – wen eine Schlange dann kurz vor de eigenen Nase das Maul aufreißt, dann darf Jana sich schon erschrecken. Hat sie dann auch! Vor keiner Achterbahn zurück schrecken, aber beim einem Film vor Schreck in dem Kinositz rutschen. Und wie aus dem Film „Kentucky Fried Movie“ bekannt, gibt es auch tatsächlich Gefühlskino. Wenn im Film unter ein Paar Mäuse über den Boden krabbeln, dann wird man mit Druckluft und Bänder unten an den Beinen begrabbelt.

Da die Zeit bis elf immer noch nicht rum war, zog es uns zum Shoppen und stolperten über Sweatshirts vom Film „Nightmare before chrismas!“. Den Film, es soll ein Zeichentrickfilm sein, kennen wir zwar nicht, aber Sie gefielen uns und es gab sie in allen Größen – Partnerlook für alle. Jetzt war es endlich spät genug und wir konnten uns auf unsere Reise durchs Weltall machen. Mittelharte Achterbahn mit imposantem Raumflugeffekt – absolut sehenswert und dank Fastpass-Ticket mit nur 10 Minuten Wartezeit, statt 50 Minuten. Auf dem Rückweg haben wir dann ausnahmsweise mal nichts verloren und so schliefen wir um Mitternacht alle zufrieden ein.

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