Kanada – Mittwoch 1. August 2018

Andreas hat zum Fruehstueck Kaffee mit Gletscherwasser gekocht. Okay. Hat es anders geschmeckt? Mhh. Ich sag mal ja. Es pur zu trinken, davon hat Andreas mir abgeraten. Koennte probleme mit der Verdauung geben. Und das schon am Anfang unserer Reise? Ich habe dann erst einmal abgelehnt. Vielleicht ist ja noch etwas uebrig, wenn wir wieder in Calgary sind.

Da wir spuelen wollten, wurde die Heizung fuer das Heisswasser aufgedreht. Es reichte dann auch zum haarewaschen welches ich dann in der Sonnenwaerme die langsam aufstieg trocknete. Okay, ich habe sie vorher heftigst trocken gerubbelt. War und bin immer noch Schnupfenfrei. Toi, toi, toi. Hust.

Um ca halb 10 sassen wir wieder im Truck. Fernziel Jasper, erster halt Athabasca Falls. Da es gestern Nacht geregnet hat donnerte das Wasser den Fluss herab bevor er gute 10 m tiefer in seinem Flussbett weiter floss. Das Wasser sah aus wie helles Schlammwasser. Das ganze Geroell, bzw die Steine die mit hinunter gespuelt werden, machen das Flusswasser ganz trueb. Hier konnte man sich eine gute halbe stunde aufhalten, Fotos knipsen und sich ueber die Entstehung des Waterfalls erkundigen. (Schautafeln).

Und weiter ging es Richtung Jasper. Zwischendurch haben wir immer mal an so genannten Schoener Blick angehalten, sei es um sich die Beine zu vertreten, die Aussicht zu geniessen, oder eine Cache zu finden.

Kennste Willingen, Winterberg oder Banff, kennste Jasper. Nein so schlimm war es hier garnicht. Wir fanden schnell einen Parkplatz und die TourInformation, schnelles Internet und Karten. Den Cache in der Naehe der Gleise haben wir nicht gefunden. Er sollte in einer Kiefer o. ae. Haengen. Leider war DER gesuchte Baum schon Opfer des Borkenkaefers. In Kanada hat er schon ganze Waldgebiete geschaedigt. Und gefunden wurde er das letzte Mal 2017.

Nachdem wir uns unsere Haende in einem oeffentlichen Waschraum gewaschen hatten, bemerkte Andreas, wie ein aelterer Herr von einer Bank aufgestanden war und ins schwanken geriet. Tatsaechlich fiel er auch und schlug sich den Ellenbogen auf. Der Mann nahm dann Platz und ploetzlich war er weg. Ohnmaechtig. Wahrscheinlich zu viel Kaffee oder zu wenig Wasser getrunken. Gluecklicherweise war eine Krankenschwester vor Ort die die 911 anrief und einen Krankenwagen orderte. Der Mann war auch wieder aufgewacht, konnte sich aber nicht mehr erinnern was war. Seine Frau kam dann aus dem Waschraum und war ganz entsetzt was passiert ist. Eine andere Frau liess sich erklaeren wir die Tochter aussieht und machte sich auf die Suche sie zu finden. Andreas und ich boten halt und Wasser zum trinken an. Es dauerte eine Weile eher der KW kam. Der Mann fuehlte sich nun eigentlich wieder fit, aber wie man will, er kollabierte noch einmal vor den Augen der Sanitaeter worauf diese ihn auf jeden Fall zum durchchecken mitnehmen wollten. Andreas fragte noch ob wir nun gehen koennten und nachdem er dem zweiten Sani noch einmal den Vorfall erklaert hat, durften wir gehen. Was fuer eine Aufregung!!

Ein kleiner Bummel durch die Stadt, einen Cache und einkaufen und schon ging um 2:15 Uhr die Reise weiter. Auf der 93 zurueck bis nach Lake Louise von dort durch den den Yoho National Park nach Golden. Ankunft Golden 9:30.

Keine Angst, wir sind ja nicht durchgefahren. Wir haben unter anderem am Bow Lake gehalten. Wunderschoen. Ihr habt die Fotos bei Facebook, Instagram und Whatsapp gesehen. Blau schimmerdes Wasser vom Bow Gletscher. Unbeschreiblich. Wieder ein Ort an dem ich Pippi in den Augen hatte, weil ich es nicht fassen konnte.

Faellt mir gerade noch ein. Witzig: Es gab ein Reihenplumpsklo. Sonst steht da meistens nur eins oder zwei. (Maennlein/weiblein)

Einmal staunten wir nicht schlecht. Es staute sich auf dem Highway. Erst dachten wir, das uns mal wieder ein Flagguy aufhalten wuerde, aber als wir sahen, das die Fahrer und Beifahrer mit der kamera in der Hand ausstiegen und nach vorne rannten war alles klar. Da konnte nur WILDLIFE sein. Die hielten tatsaechlich in zweierreihen an, oder fuhren erst rechts ran um dann einfach wieder loszufahren. Himmel die Bergfee. Zum Glueck ist nichts passiert. Ich meine kein Autounfall. Ob der Baer sich irgedwann gewehrt hat weiss ich nicht. Uebel genommen haette ich es ihm nicht. Diese hirnlosen Touristen. Wir snd vorsichtig und aufmerksam auf den Strassenverkehr an den Idioten vorbei gefahren.

Im Yoho National Park fuhren wir rauf zum Takkakaw Fall. Oh je, eine enge Haarnadelkurve musste ueberstanden werden und ich wollte nicht nach rechts rausschauen, da es dort steil nach unten zum reissenden Ablauf/Fluss des Wasserfalls ging. Man hoerte den Takkakaw Fall schon vom weiten. 250 m stuerzt er in die Tiefe. Wir hatten Glueck, die Sonne strahlte, als wir vor ihm standen, noch einmal ins Tal und zauberte einen wunderschoenen Regenbogen. Wahnsinn! Da man hier nicht uebernachten durfte und der Zeltplatz wie nicht anders erwartet full war, fuhren wir weiter zum Emerald Lake.

Auch dieser Lake bezauberte mit seiner Farbe. Hier waren auch nicht mehr so viele Menschen, sodass man die Ruhe und Schoenheit auf sich wirken lassen konnte.

Und dann wollte Andreas mir noch unbedingt die Natural Bridge zeigen. Ach was war ich gespannt. Ist sie so gewaltig wie im Yellowstone oder so praechtig wie am Lake Powell?

Haha, nichts dergleichen. Das erste Mal auf unserer Reise das ich ein wenig enttaeuscht war. Na klar, es war eine Bruecke von der Natur gemacht. Durch Wasser. Alles klar. Aber doch nicht soooo beeindruckend fuer mich. Wir mussten keinen steilen Berg oder Pass hoch, sie lag an der Strasse zum Emerald Lake. Alles gut.

Kurz vor unserm Ziel Golden erreichten wir gegen 9:30 abends einen Parkplatz und entschieden dort zu uebernachten. Prima, ein Klo mit Wasserspuelung. Das Wasser am Waschbecken sollte man nicht trinken ohne es 3 Minuten zu kochen, aber ein nicht stinkendes Klo hat doch was. Es gab Trinkbares Wasser aus einem Wasserspender, wie er auch in diversen deutschen Geschaeften schon steht. Ausserdem hatten wir doch Bier zum trinken. Nach einem kleinen Abendbrot (Buetterchen) fielen wir schon todmuede ins Bett.

An diesem Parkplatz war eine Station der Watercraft Inspection Station aufgestellt, an dem Bootsfueherer, sei es ein Yacht-, Schnell-, Kanu oder Paddelboot, ihre Boote ueberpruefen lassen muessen, damit sie nicht irgendwelche Krebse, Muscheln oder sonstiges Getier, was an ihren Bootsruempfen hing, in andere Gewaesser verteilten. Auch ueber die Landesgrenzen hinweg BC nach Alberta und umgekehrt. In Alberta haben sie schon Seen abgelassen, weil die Fische immer nur im Kreis geschwommen sind, irgendwie krank waren. Wenn wir mit Andreas Boot auf einen See fahren, muessen wir das naechste Mal an so einer Station halten und das Boot rausholen!

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